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TeamkommunikationDigitalisierung

Microsoft-Teams-Alternative für die Pflege im Vergleich

Ali Almohamad

Geschäftsführer der Pflegetech GmbH ·

Microsoft Teams ist in vielen Trägern, Pflegediensten und Sozialeinrichtungen gelandet, ohne dass es je eine echte Auswahlentscheidung gab. Es kam „mit Office mit“. Im Alltag zeigt sich dann oft: Für ein Team aus Pflege- oder Betreuungskräften, die unterwegs sind, kein dienstliches Notebook haben und vor allem schnelle, sichere Kurznachrichten und klare Übergaben brauchen, ist Teams schwerfällig, in der Vollausstattung teuer und datenschutzrechtlich erklärungsbedürftig.

Dieser Beitrag ordnet ein, für wen Teams das richtige Werkzeug bleibt, wo Lizenz- und Datenschutzfragen liegen und welche Alternativen für Einrichtungen in Pflege, Sozialem und Gesundheit infrage kommen. Logensa, das Produkt der Pflegetech GmbH, wird dabei mit Stärken und Grenzen eingeordnet.

Das Problem mit Teams in der Pflege

Lizenzlogik für Büroarbeitsplätze, nicht für Pflegeteams

Microsoft 365 wird pro Nutzer lizenziert und ist auf Wissensarbeit mit eigenem Rechner zugeschnitten. Für Pflegekräfte, die im Alltag ausschließlich chatten, Termine einsehen und Übergaben lesen wollen, zahlt man Funktionsumfang wie Word, Excel, Exchange-Postfach und SharePoint, der nie genutzt wird, oder greift zu Lizenzen für sogenannte Frontline Worker mit eigenen Einschränkungen. Dazu kommt der versteckte Aufwand: Tenant-Administration, Nutzerverwaltung, Richtlinien und Updates. Ohne IT-Abteilung oder externen Dienstleister ist ein sauber konfigurierter Teams-Tenant für einen 15-Personen-Pflegedienst kaum realistisch zu betreiben.

Die Datenschutz-Dauerbaustelle

Microsoft bietet EU-Datenresidenz an, und die Bewertungen der Aufsichtsbehörden haben sich über die Jahre verfeinert. Zwei strukturelle Punkte bleiben:

  • Anbieter mit Sitz in den USA: Für Gesundheitsdaten nach Art. 9 DSGVO ist das Zugriffsrisiko durch Drittstaaten ein Abwägungsthema, das jede Einrichtung mit ihrem Datenschutzbeauftragten dokumentieren muss.
  • Konfigurationsaufwand: Die datenschutzkonforme Einstellung von Microsoft 365 (Diagnosedaten, verbundene Dienste, Aufbewahrung) war Gegenstand von Prüfungen der Datenschutzkonferenz (DSK) und erfordert aktive Administration.

Das heißt nicht, dass Teams „verboten“ ist. Große Träger mit eigener IT betreiben es rechtskonform. Es heißt, dass die Compliance-Last beim Betreiber liegt und für kleine Organisationen ohne IT-Ressourcen erheblich ist.

Alltagstauglichkeit für Pflege- und Betreuungskräfte

Teams ist für Menschen gebaut, die am Schreibtisch sitzen: Kanäle, Threads, Besprechungen, Dateiablage in SharePoint. Eine Pflegekraft mit zwei Minuten zwischen zwei Hausbesuchen braucht: Nachricht lesen, antworten, fertig. In der Praxis führt die Komplexität dazu, dass Teams zwar lizenziert ist und die eigentliche Kommunikation trotzdem in WhatsApp-Gruppen stattfindet, siehe WhatsApp-Alternative für Pflegedienste.

Wann Teams die richtige Wahl bleibt

Es gibt Konstellationen, in denen ein Wechsel weg von Teams wenig Sinn ergibt:

  • Ihr Träger hat bereits einen Rahmenvertrag mit Microsoft und eine IT-Abteilung, die Tenant, Richtlinien und Datenschutz-Konfiguration betreut.
  • Der Schwerpunkt liegt auf Videokonferenzen und Dokumentenzusammenarbeit in der Verwaltung, nicht auf der Kommunikation mit Kräften im Feld.
  • Sie sind Teil einer größeren Organisationsstruktur (Wohlfahrtsverband, Klinikverbund), die Microsoft 365 zentral bereitstellt und verantwortet.

In diesen Fällen ist die bessere Frage oft nicht „Teams ersetzen?“, sondern „Was bekommen die Kolleginnen und Kollegen, die Teams nie öffnen?“

Die Alternativen im Vergleich

Alternativen zu Teams lassen sich in drei Gruppen einteilen: selbst gehostete Open-Source-Lösungen wie Rocket.Chat oder Nextcloud Talk, generische Team- und Projektplattformen und Branchenlösungen für Pflege, Soziales und Gesundheit wie Logensa. Funktionsumfang und Preise von Fremdprodukten ändern sich; prüfen Sie sie vor einer Entscheidung beim jeweiligen Anbieter.

KriteriumMicrosoft TeamsSelbst gehostet (z. B. Rocket.Chat, Nextcloud Talk)Logensa
BetriebMicrosoft-Cloud, Tenant-Administration durch die EinrichtungEigener Server: Updates, Backups, Sicherheit in Ihrer VerantwortungBetrieb durch den Anbieter, Hosting in Deutschland bzw. der EU
Eigener IT-Betrieb nötigAdministration jaJaNein
ZielgruppeBüroorganisationen, EnterpriseTechnisch affine Organisationen mit IT-DienstleisterEinrichtungen in Pflege, Sozialem und Gesundheit
Branchenabläufe (Übergaben als Aufgaben, QM-Wiki, Team-Postfach, Formulare)Nur generischNeinJa
Mobile Nutzung für Kräfte ohne BüroarbeitsplatzApp vorhanden, komplexApp vorhandenChat-App für iOS und Android, übrige Module als Web-App
Preisstrukturpro Nutzer, plan-abhängigLizenz oft frei, laufende Betriebskosten1,90 € Chat-User / 9,90 € Verwaltungs-User, monatlich zzgl. MwSt.
Einführungsaufwandhoch (Tenant, Schulung)hoch (Betrieb)niedrig: Testphase produktiv nutzbar, Import aus Asana, Trello, Outlook

Einordnung

  • Rocket.Chat und Nextcloud Talk sind starke Optionen, wenn ein IT-Dienstleister Serverbetrieb, Updates und Backups verantwortet. Dann haben Sie maximale Datenhoheit. Ohne diese Ressource wird Selbsthosting schnell selbst zum Risiko, etwa durch ungepatchte Server.
  • Generische Plattformen bilden Projektarbeit gut ab, branchenspezifische Abläufe wie Übergaben, QM-Wissensdatenbank oder Aufnahmeformulare aber nicht von Haus aus.
  • Logensa ist für Pflege, Soziales und Gesundheit gebaut: Echtzeit-Chat, Aufgaben mit Kanban-Boards, Kalender, Team-Postfach für E-Mail-Anfragen, Wiki und digitale Formulare greifen ineinander, mit Rollen, Berechtigungen und Audit-Log. Das Zwei-Tarif-Modell (Chat-User für Pflege- und Betreuungskräfte, Verwaltungs-User für Leitung) bildet die typische Teamstruktur ab. Details: Echtzeit-Chat, Kalender, Preise.

Grenze: Logensa ersetzt keine Pflegedokumentation, keine Abrechnung und keine Videokonferenz-Suite im Enterprise-Maßstab. Wenn tägliche Videokonferenzen mit 50 Teilnehmenden Ihr Kernbedarf sind, bleibt Teams oder eine dedizierte Konferenzlösung gesetzt. Zur Abgrenzung: Pflegesoftware vs. Team-Kommunikationssoftware.

Kostenbeispiel: gemischtes Team realistisch rechnen

Ein typischer ambulanter Pflegedienst: 20 Pflegekräfte, 3 Personen in Leitung und Verwaltung.

  • Logensa: 20 × 1,90 € + 3 × 9,90 € = 67,70 € pro Monat zzgl. MwSt., ohne Administrations- oder Betriebskosten.
  • Microsoft 365: je nach Plan-Mix plus interner oder externer Administrationsaufwand. Die aktuellen Listenpreise finden Sie bei Microsoft.
  • Selbsthosting: Lizenzkosten oft null, aber Server, Wartung und die Verantwortung für Sicherheit kommen als laufende Kosten dazu.

Der Punkt ist nicht, dass eine Option immer am günstigsten ist, sondern dass der Listenpreis pro Lizenz nie die ganze Rechnung ist.

Migration von Teams: praktikabler Fahrplan

  1. Bestandsaufnahme: Wer nutzt Teams wofür? Häufiges Ergebnis: Die Verwaltung nutzt Dateien und Besprechungen, die Pflege nutzt es kaum.
  2. Zielbild festlegen: Vollständiger Ersatz oder Koexistenz? Für viele Träger ist die Koexistenz der pragmatische erste Schritt: Die Verwaltung behält Microsoft 365 für Office-Dateien, die Teamkommunikation wandert in das neue Werkzeug.
  3. Datenschutz-Check des neuen Anbieters: AV-Vertrag, Hosting-Standort, technische Maßnahmen; Betriebsrat oder MAV beteiligen. Für Logensa: Sicherheit & Datenschutz.
  4. Pilotphase mit einem Standort oder Team, parallel zum Bestand. Kalender lassen sich bei Logensa aus Outlook, Google und Apple übernehmen, Aufgaben aus Asana oder Trello importieren.
  5. Stichtag für die Teamkommunikation setzen und Kanäle in Teams schreibgeschützt archivieren, statt sie monatelang parallel laufen zu lassen.
  6. Lizenzen anpassen: Erst nach erfolgreichem Umstieg Microsoft-Pläne reduzieren, nicht vorher.

Fazit

Microsoft Teams ist kein schlechtes Produkt. Es ist für eine andere Organisation gebaut. Für Pflegedienste, Sozialstationen und kleine Träger ohne eigene IT sprechen Lizenzstruktur, Administrationsaufwand und die Datenschutzabwägung häufig für eine Alternative: selbst gehostet, wenn IT-Kompetenz vorhanden ist; eine Branchenplattform, wenn die Lösung ohne IT-Abteilung laufen und Abläufe wie Übergaben, QM-Wissen und Formulare direkt mit abdecken soll. Den Gesamtüberblick gibt der Leitfaden: Digitale Kommunikation im Pflegeteam.

Häufige Fragen

Ist Microsoft Teams DSGVO-konform nutzbar? Ja, mit Aufwand: EU-Datenresidenz, sorgfältige Tenant-Konfiguration, Vertrag zur Auftragsverarbeitung und eine dokumentierte Abwägung zum Zugriffsrisiko durch Drittstaaten. Für Organisationen ohne IT-Ressourcen ist genau dieser Aufwand das Problem, nicht ein pauschales Verbot.

Brauchen wir überhaupt eine Teams-Alternative, wenn wir nur chatten wollen? Wenn Ihr tatsächlicher Bedarf sicherer Team-Chat plus Aufgaben und Termine ist, ist eine schlankere Lösung meist günstiger und schneller eingeführt als ein voll ausgebauter Microsoft-365-Tenant.

Können wir Teams für die Verwaltung behalten und trotzdem wechseln? Ja. Viele Organisationen fahren zweigleisig: Office-Dateien und externe Videokonferenzen bleiben bei Microsoft, die tägliche Teamkommunikation und Organisation läuft in einem Branchenwerkzeug. Wichtig ist eine klare Regel, welcher Kanal wofür gilt.

Wie lange dauert die Einführung einer Alternative? Bei gehosteten Lösungen ohne eigenen Serverbetrieb: Tage bis wenige Wochen. Bei Logensa arbeiten Teams bereits in der 14-tägigen Testphase produktiv; Rollen sind schnell vergeben, die Chat-App ist in Minuten installiert.

Was ist mit unseren Daten in Teams beim Umstieg? Dateien liegen in SharePoint und OneDrive und lassen sich exportieren; Chatverläufe sind praktisch kaum migrierbar. Übernehmen Sie Strukturen (Aufgaben, Termine, Wissen), nicht Verläufe, etwa Kalender und Kontakte per Import aus Outlook.